Die Landschaftspflegeverbände organisieren im Rahmen der Förderung des Streuobstpaktes zahlreiche Obstbaumpflanzungen in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg. Auch wenn die meisten Pflanzungen fachgerecht durchgeführt werden, fällt bei der Kontrolle durch die LPV’s sowie durch den Streuobstberater Peter Lutz die ein oder andere Kleinigkeit auf, die den jungen Obstbäumen den Start ins neue Leben erschwert. Wir möchten deshalb kurz auf die häufigsten Fehler hinweisen:

Die häufigsten Fehler und ihre Abhilfe:

Zu tief gepflanzt: der junge Baum sollte maximal so tief gepflanzt werden, wie er in der Baumschule saß – besser 1-2 cm höher, da er sich oft noch ein wenig setzt. Die Veredelungsstelle sollte sich ca. eine Handbreit über dem Boden befinden und darf keinesfalls mit Erde bedeckt sein.
Keine ordentliche Anbindung: am fest eingeschlagenen Baumpfahl wird der Baum unterhalb des Kronenansatzes angebunden. Dabei sollte ein dickes Seil, z. B. aus Kokos, verwendet werden, das nicht am Stamm scheuert und ausreichend Platz für das Wachstum des Baumes lässt. Der optimale Abstand vom Stamm zum Pfahl beträgt eine Handbreit, dadurch wackelt der Baum bei Wind nicht zu stark.


Kein Pflanzschnitt: um eine stabile Krone zu entwickeln, benötigen die Jungbäume nach der Pflanzung, spätestens aber im Frühjahr vor dem Austrieb, einen Pflanzschnitt, bei dem die Leitäste und die Stammmitte festgelegt werden. Bis etwa zum 12. Standjahr erfolgt jährlich ein Erziehungsschnitt, um die Krone weiter zu entwickeln.
Zu trocken: längere Trockenperioden im Frühjahr und Sommer können Jungbäume, die noch kein ausreichendes Wurzelwerk entwickelt haben, nicht überstehen. Regelmäßiges und ausreichendes Wässern erleichtert den Bäumen den Start und sorgt für gesundes Wachstum.


Pfahl oder Verbissschutz ragt in die Baumkrone: beides sollte unterhalb des Kronenansatzes abschließen, um die Kronenentwicklung nicht zu stören. Ggfs. ist bei zu niedrigem Kronenansatz eine Neufestlegung von höher ansetzenden Leitästen durchzuführen.
Fehlender Stammanstrich: Der Stamm und die Ansätze der Leitäste sollten vor Sonneneinstrahlung geschützt werden, um Frostrisse im Winter sowie Überhitzung im Sommer zu vermeiden. Das „weißeln“ bietet zudem einen gewissen Schutz gegen Schädlinge.

Die vom Streuobstberater und von den LPV’s vorgegebenen Pflanzabstände von mind. 12 Metern haben sich in der Praxis als sehr gut erwiesen, da zum einen ausreichend Licht sowohl in die Bäume als auch auf die Wiese kommt und zum anderen die Bewirtschaftbarkeit durch Maschinen gewährleistet ist. Auch der Kronenansatz von mind. 1,80 Meter bringt entsprechende Vorteile.
Für weiterführende Informationen zu den genannten Punkten empfehlen wir entsprechende Fachliteratur oder den Besuch eines der zahlreichen Seminare in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg.
Manfred Knippel (LPV Miltenberg) und Peter Lutz (Streuobstberater der Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg) im November 25
Fotos: Schlaraffenburger